Protokollführer Gustav stellte anfangs die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest und Tagesordnungspunkt 1 war die „Schöne Runde“. Wie immer in der wöchentlichen Sitzung können sich die Kinder dann erzählen, was ihnen in den vergangenen Tagen besonders gut gefallen hat. Von den warmen Temperaturen und den schönen Sonnenstahlen im Frühling bis zur stattgefundenen Geburtstagsrunde war vieles dabei, was Freude machte. Ein Eingangsspiel brachte dann Bewegung in die Runde. Dabei durfte sich immer ein Kind eine Krone aufsetzen, eine Idee benennen, die alle anderen dann mitmachen mussten – Liegestütze, Hampelmänner oder den eigenen Namen rückwärts rufen, war so für alle Programm. In der Auswertung kamen die Kinder schnell auf die Vor- und Nachteile, wenn nur einer Bestimmer ist. „Der König sagt, wo es lang geht, und alle anderen müssen mitmachen, auch wenn sie nicht wollen“, sagte einer der Klassensprecher. Schöner wäre es gewesen, es hätte zwei Bereiche gegeben, für die, die das Mitmachen gut fanden und die anderen. Das war am Ende des Spiels die Idee, auf das sich im Kinderparlament geeinigt wurde.
Auch Daniel Peters fand die Idee gut und war nach einer kurzen Vorstellung gespannt auf die Fragen der Kinder. Die Mädchen und Jungen hatten zuvor in ihren Klassen herumgefragt, was die Schülerinnen und Schüler vom CDU-Politiker wissen wollten und das Spektrum der Fragen war groß: Wie kommen Sie nach Schwerin - mit der Bahn oder dem Auto? Wie wird man Politiker? Dürfen Sie während einer Sitzung auch aufs Klo gehen? Gibt es für Politiker Kleidungsvorschriften? Wieviel verdient ein Politiker? Wie lange arbeiten Sie? Wen würden Sie wählen, wenn es die CDU nicht geben würde?
Die landesweite „Stunde für die Demokratie“ fand heute in vielen freien Schulen in Mecklenburg-Vorpommern statt. Die freien Schulen wollen mit diesem Aktionstag ein gemeinsames Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Menschenwürde setzen. Peters dankte, dass sich die freien Schulen so entwickelt haben, und bezeichnete sie als unverzichtbaren Bestandteil des Schulsystems in Deutschland. „Ich werde dafür werben und arbeiten, dass Schulen in freier Trägerschaft auch in Zukunft eine Perspektive haben und das wir mit Blick auf die schulgesetzlichen Grundlagen in Mecklenburg-Vorpommern eine Besserstellung hinbekommen mit Blick auf die Finanzierung“, sagte Peters.
Nach etwas über einer halben Stunde ging die Sitzung des Kinderparlaments an der katholischen Grundschule zu Ende. Die Klassensprecher bekamen vorher noch den Auftrag, in ihren Klassen auf den Kindersozialpreis der Schule aufmerksam zu machen, mit dem Mitschülerinnen und Mitschüler, die sich durch ein besonderes soziales Auftreten ausgezeichnet haben, in den nächsten Wochen geehrt werden sollen.
Auch an der Niels‑Stensen‑Schule Schwerin war Demokratie heute noch mehr Thema als sonst: Die Politiker Christian Winter und Georg Kleinfeld kamen für einen direkten Austausch mit Schüler:innen in den Klassenraum. Hier waren aber die größeren Schülerinnen und Schüler gefragt. Die Politiker besuchten die Jugendlichen der Oberstufe und kamen über den Wert von Demokratie im Allgemeinen und die Relevanz von politscher Teilhabe auf Landes- und Kommunalebene ins Gespräch. Gerade in diesen Lerngruppen sitzen mit Blick auf die Landtagswahl in diesem Jahr junge Menschen, die erstmalig ihre Stimme erstmalig für das Landesparlament abgeben. „Man sollte Stimme auf jeden Fall nicht verschwenden, Demokratie ist zwar aufwendig und niemals perfekt, aber es ist das beste politische System, was man haben kann“ fasst Omar aus Klasse 11 den Besuch im Anschluss zusammen.
Die Bernostiftung, als Träger der katholischen Schulen in MV - unterstützt das Engagement für Demokratiebildung ausdrücklich. „Sie ist ein wichtiger Wert in der pädagogischen Arbeit an unseren katholischen Schulen, bei der Schülerinnen und Schüler lernen, Verantwortung zu übernehmen, mitzubestimmen und demokratische Prozesse aktiv mitzugestalten.“, sagt Jens Kruggel, stellvertretender Stiftungsdirektor.
Fotos: Bernostiftung



